Seelsorgeeinheit Sankt Maria / Heilig Geist
in Weingarten/Württ.

Kirchengemeinde St. Maria 

Verhüllt

In St. Maria und Heilig Geist verhüllte Kreuze! Besonders auffallend, ungewohnt, vielleicht befremdlich ist die Verhüllung des großen Kreuzes von Josef Henger in St. Maria.
Wir nehmen damit einen alten Brauch auf. Er entstand in Klöstern nördlich der Alpen und ist bereits um das Jahr 1000 nachweisbar. Mit einem großen Tuch, das als Hunger- oder Fastentuch bezeichnet wurde, verhüllte man während der österlichen Bußzeit den ganzen Chorraum, später nur den Hauptaltar. Es stand dahinter wohl der Gedanke, dass der sündige Mensch unwürdig ist, Gott zu sehen. Es wurden damit auch wertvolle Bilder verdeckt. So wie Mund und Ohr in der Fastenzeit auf das Halleluja verzichten, so soll das Auge auf die kostbaren Bilder verzichten.
Seit dem Hohen Mittelalter wurde das Hungertuch meist mit Darstellungen der Passionsszenen, der Leidenswerkzeuge Jesu oder mit Motiven aus dem Leben Jesu künstlerisch gestaltet. Bei gotischen ‚Flügelaltären‘ werden die Flügel in der Fastenzeit zugeklappt. 
Misereor hat die Tradition der Hungertücher wieder aufgegriffen. Kunstschaffende aus aller Welt gestalten diese Tücher meist mit einem sozialkritischen Thema.
Was denken Sie sich, wenn Sie das verhüllte Kreuz sehen? Es ist gut, den schmerzverzerrten Jesus am Kreuz nicht sehen zu müssen? Wer möchte schon Leid sehen oder gar selber erfahren? Wir würden es doch am Liebsten ausblenden. Oder: Ja, so erlebe ich Gott – unsichtbar! Wo ist er in meinem Leben, in der momentanen Coronapandemie?
Es lohnt sich auf die Suche zu machen und Gott zu entdecken in meinem Leben und auf den Straßen unserer Erde!
Benno Ohrnberger



Eröffnung der Misereor-Fastenaktion in St. Maria
„Es geht! Anders.“ – mit diesem Leitwort zur diesjährigen Fastenaktion lenkt das kirchliche Hilfswerk ‚Misereor‘ unseren Blick auf das, was im Leben wirklich zählt. Was brauchen wir zu einem erfüllten Leben und was sammeln wir an, ohne dass es uns wirklich zufrieden macht?
Für unsere Diözese findet die Eröffnung der Misereor-Fastenaktion in diesem Jahr bei uns in Weingarten in der Marienkirche statt, am Samstag, 27. Februar, um 18.30 Uhr mit einer Eucharistiefeier.
Das Land Bolivien steht in diesem Jahr im Zentrum der deutschlandweiten Misereorfastenaktion. Das war für die weltkirchlichen Mitarbeitenden unserer Diözese Anlass zu uns nach Weingarten zu kommen, da wir seit nunmehr 10 Jahren die Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Cruz Gloriosa in Cochabamba in Bolivien pflegen.
Mitglieder unserer Gruppe ‚en contacto‘, ein bolivianisches Musikerduo und Dr. Konrad Wolf mit Sängerinnen von ‚pons‘ werden den Gottesdienst mitgestalten. Josef Sayer, der ehemalige Hauptgeschäftsführer von Misereor und Priester aus Lateinamerika wird der Eucharistiefeier vorstehen und die Predigt halten.
Wir von ‚en contacto‘ freuen uns, dass diese diözesanweite Eröffnung der Misereorfastenaktion bei uns stattfindet. Natürlich gelten auch in diesem Gottesdienst die üblichen Hygienevorschriften mit Maske, Abstand und der Erfassung der Teilnehmenden. Sie haben auch die Möglichkeiten, von zu Hause aus den Gottesdienst mitzufeiern. Er wird life gestreamt und kann über die Homepage der Diözese (www.drs.de) empfangen werden.
Auch in unseren Gottesdiensten am Sonntag werden wir das Motto von Misereor thematisieren und die Kollekte wird an diesem 2. Fastensonntag Misereor zugute kommen. Die offiziell vorgesehene Kollekte für ‚Caritas‘ verlegen wir auf den 5. Fastensonntag.
„Es geht! Anders.“ – halten wir Ausschau, was und wie es anders gehen könnte!
Benno Ohrnberger