Seelsorgeeinheit Sankt Maria / Heilig Geist
in Weingarten/Württ.

Verhaltenskodex

In der KGR-Sitzung 09/2019 wurde vor allem der von einer Arbeitsgruppe aufgrund des sexuellen Missbrauchs erarbeitete Verhaltenskodex für unsere Seelsorgeeinheit einstimmig verabschiedet. 
Die Katholische Kirche ist in den letzten Jahren durch die Aufdeckungen im Missbrauchsskandal stark unter Druck und in Zugzwang geraten. Der Verhaltenskodex, den die haupt- und nebenberuflichen, aber auch ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, künftig unterschreiben müssen, wird von uns als ein Instrument zur Prävention verstanden.


Verhaltenskodex für die Seelsorgeeinheit St. Maria/Hl. Geist 

Die Seelsorgeeinheit St. Maria/Hl. Geist will Menschen Lebensräume bieten, in denen sie ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und Fähigkeiten entfalten können. Dies sollen geschützte Orte sein, an denen alle Menschen sich angenommen und sicher fühlen. Vor allem Kinder und Jugendliche brauchen und finden Vorbilder, die sie als eigenständige Persönlichkeiten respektieren und unterstützen und denen sie vertrauen können. 

Die Verantwortung dafür liegt bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (hauptamtliche, nebenberufliche und ehrenamtliche). 
 
1.     Ich unterstütze junge Menschen in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen, gemeinschafts- und glaubensfähigen Persönlichkeiten. Ich trete dafür ein, dass sie ihr Recht auf seelische und körperliche Unversehrtheit wirksam wahrnehmen können.
2.     Meine Arbeit mit den mir anvertrauten Personen ist geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und Vertrauen. Ich achte ihre Menschenwürde und ihre Rechte.
3.     Ich gehe achtsam und verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz um. Ich respektiere die Intimsphäre und die Grenzen der persönlichen Scham. Ich beachte diese Grenzen auch im Umgang mit den Medien, insbesondere bei der Nutzung von Handy und Internet.
4.     Ich verpflichte mich, alles dafür zu tun, dass denjenigen Personen, die mir anvertraut sind, keine seelische, körperliche oder sexualisierte Gewalt angetan wird.
5.     Ich bemühe mich, jede Form persönlicher Grenzverletzung bewusst wahrzunehmen und die notwendigen und angemessenen Maßnahmen zum Schutz der betroffenen Menschen einzuleiten.
6.     Ich verpflichte mich, Grenzverletzungen schnellstmöglich dem Pfarrer meiner Seelsorgeeinheit bzw. einer pastoralen Mitarbeiterin oder einem pastoralen Mitarbeiter meines Vertrauens oder einer Beratungsstelle *oder der Polizei zu melden. 
7.     Ich beziehe gegen diskriminierendes, gewalttätiges und sexistisches Verhalten, ob in Wort oder Tat, aktiv Stellung. Verhalten sich andere sexuell übergriffig oder körperlich gewalttätig, setze ich mich für den Schutz der betroffenen Personen ein.
8.     Ich höre zu, wenn mir Anvertraute verständlich machen möchten, dass ihnen seelische, sexualisierte und körperliche Gewalt angetan wurde. Ich bin mir bewusst, dass diese Gewaltformen nicht nur von männlichen Tätern, sondern auch von weiblichen Täterinnen verübt werden können. Sowohl Mädchen als auch Jungen können zu Opfern werden.
9.     Ich bin mir meiner besonderen Vertrauens- und Autoritätsstellung gegenüber den mir anvertrauten Personen bewusst und handele nachvollziehbar und ehrlich. Ich nutze keine Abhängigkeiten aus.
10.  Ich bin mir bewusst, dass jede sexualisierte Handlung mit Schutzbefohlenen gegebenenfalls disziplinarische und/oder strafrechtliche Folgen haben kann.
 

Ort und Datum                                                    Unterschrift
 
Beratungsstellen in Ravensburg: 
Brennessel e. V., Marktstr. 53, Tel.: 0751/3978
Psychologische Familien-und Lebensberatung der Caritas, Allmandstr. 10, Tel. 0751/32479
Diakonisches Werk Ravensburg, Eisenbahnstr. 49, Tel.: 0751/29590410