Seelsorgeeinheit Sankt Maria / Heilig Geist
in Weingarten/Württ.

Unsere Partnergemeinde und Reverse-Programm

Die Freiwilligen aus unseren Gemeinden berichten…
Im vergangenen Sommer haben wir vier junge Erwachsene aus unseren Kirchengemeinden in ein Freiwilliges Soziales Jahr in die verschiedensten Länder unserer Welt entsandt. Mittlerweile haben sie sich vor Ort eingelebt und können viel Interessantes und Spannendes aus ihrem Alltag berichten. In den kommenden Wochen sollen hier kurze Berichte abgedruckt werden, in welchen die Freiwilligen von ihrem Leben berichten:
Leben und arbeiten in der Partnergemeinde
Hallo! Wir sind Clara Schwab und Rahel Hildebrand und sind seit September hier am Rande Cochabambas in unserer Partnergemeinde Cruz Gloriosa. Seitdem ist schon sehr viel passiert und wir haben viel erlebt. Hier ein kleiner Einblick in unseren Alltag:
Zusammen mit Johanna aus Bamberg wohnen wir in einer kleinen Wohnung direkt neben der Kirche, die uns jeden Morgen mit ihrem Glockengeläut aus Lautsprechern weckt. Viermal die Woche arbeiten wir im Projekt "Piñami Chico", das vom Partnerschaftskreis "en contacto" unterstützt wird. Nach einem kurzen Morgenspaziergang dorthin helfen wir, das Mittagessen für die Schulkinder vorzubereiten. Dinge wie Kartoffeln mit dem Messer schälen und Keks-Massenproduktionen für den Nachmittagssnack laufen schon wie geschmiert. Gegen halb 2 trudeln die Kinder ein und nach kollektivem Hände-Waschen gibt es dann Essen. Danach geht es gemeinsam an die Hausaufgaben; dafür teilt sich die Gruppe von ca. 50 Kindern in zwei Gruppen: die 4- bis 10-Jährigen gehen nach oben, die 11- bis 17-Jährigen bleiben unten. Dann gibt es erstmal eine Aufgabe vom Projekt, die wir oft schon selber vorbereiten, und danach helfen wir so gut es geht beim Lesen Lernen, schriftlich Dividieren und allem, was sonst gebastelt und aufgeschrieben werden muss. Gegen 5 gibt es dann einen kleinen Snack – Milchreis, Butterbrote oder Kekse – und dann geht´s nach Hause. Manchmal besuchen wir im Anschluss ein paar Familien. Spätestens da merkt man, dass Bolivien das ärmste Land Lateinamerikas ist. Beispielsweise hat eine alleinerziehende Mutter ihre vier Kinder für drei Monate allein gelassen, um nach Chile zu reisen und dort wenigstens etwas zu verdienen. Die älteste Tochter mit 10 Jahren ist in dieser Zeit für Haus und Geschwister verantwortlich. Mit Armut kommen wir auch bei unserer zweiten Arbeit in Berührung. Montags und donnerstags helfen wir morgens in einer kleinen Bäckerei in einem Viertel an den Berghängen Cochabambas mit. Die Frauen, die dort arbeiten und die Brote später für 50 centavos (ca. 6-7 Cent) verkaufen, sprechen meist nur Quechua, eine indigene Sprache. Mittags helfen wir auch in einer Hausaufgabenhilfe mit. Am Können und der Konzentrationsfähigkeit der Schüler merkt man ganz deutlich, dass die Lebensschwerpunkte in diesem "Armenviertel" ganz woanders liegen. Es gibt auch schon jüngere Mädchen, die im typischen Cholita-Outfit kommen. Sonntags gehen wir abwechselnd in die kleine Kapelle neben Piñami Chico und nach Cruz Gloriosa – Vater Unser, Ave Maria und Hochgebet können wir schon auf Spanisch! Manchmal verbringen wir Zeit mit der Erstkommuniongruppe oder den Firmlingen. Zum Beispiel als Marco, der ab nächsten Sommer ein Jahr in Weingarten als Freiwilliger verbringen wird, Geburtstag hatte. Es gab Torte und zum Abschluss wurde er mit Eiern und Mehl beworfen. Außerdem geben wir ein wenig Deutschunterricht für Marco und ein paar andere Interessierte haben sich auch noch gefunden. Dienstags ist in der "Brüder-WG" von unserem Verantwortlichen Bruder José Luis eine kleine Andacht; da lernen wir Glauben nochmal von einer ganz anderen, herzlichen und offenen Seite kennen! Und auch sonst gibt es immer viel zu tun, sei es ein Fußballturnier von Piñami Chico, Grillfeste oder Besinnungstage von den "Amigos de San José", eine andere Kirchengruppe. Inzwischen sind wir eingetaucht in die bolivianische Kultur und das Leben hier. Jeden Tag gibt es neue Dinge zu entdecken und auch zu verarbeiten; die Realität hier ist einfach ganz anders als man es sich im organisierten Deutschland vorstellen kann. Uns geht es richtig gut und wir können diesen Freiwilligendienst in unserer Partnergemeinde, von der man sonst nur immer im Gottesdienst hört, allen Schulabgängern und anderen Interessierten wärmstens ans Herz legen!  Vieles mehr über unser Leben können Sie gerne in unseren Blogs nachlesen (claraschwab.ayopaya.de & rahelhildebrand.ayopaya.de). Fragen über das FSJ beantworten wir auch gerne per Mail (clara.schwab@gmx.de und hil.ra1499@gmail.com).
Einen schönen Advent wünschen Ihnen
Clara und Rahel 


Pedro, unser Reverse Freiwilliger,
ist wieder zurück in Cochabamba und schickt uns Grüße:
Liebe Weingarten, liebe Sankt María und liebe Heilig Geist viele viele grüße für Pfarrer Benno, für meine Gastfamilien,  für meinen Kindergarten, die grupo en encontacto und für die ganze Gemeinde von Weingarten.
Ich freue mich sehr immer wenn ich jetzt zurückblicken.
Jetzt warte ich für das nächstes Jahr, wegen meiner Uni. Ich werde Elektromechanik studieren. 
Meine Flugplan hat dieses mal genau geklappt. Ich war pünktlich in La Paz
Ich habe als erstes eine kleine Besuchswoche in La Paz gemacht und dann bin ich nach Cochabamba gefahren.
….. ich habe meine Vorstellung für Piñami Chico gemacht und denke ich das war auch richtig gut und schön.
Ich wünsche alles gute für euch und Gott segnete euch und ganz Weingarten. Manchmal ich vermisse dass die Leute pünktlich kommen oder die Busse eine bestimmte Haltestelle haben
Ich werde nie euch vergessen ihr seid jetzt in mein Herz und für immer in meinem Leben. Wegen euch ich habe jetzt immer viel Lust zum etwas machen und will Leuten helfen.
Liebe grüße von mir und meiner Familie
Atentamente: Pedro Quino 


Weltkirchliches Reverse Programm
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart bietet in Zusammenarbeit mit der Hauptabteilung Weltkirche, dem BDKJ, sowie den Partnerdiözesen in den Ländern des Südens einen missionarischen Dienst für junge Erwachsene an: den Weltkirchlichen Friedensdienst (WFD).
 
Mitglieder des WFD machten sich dafür stark, dass aus der „Einbahnstraße WFD“ eine wirkliche Partnerschaft werde.
Junge Menschen aus den Partnerländern sollen ebenfalls die Möglichkeit bekommen, eine vergleichbare Erfahrung in unserer Diözese zu machen, damit Partnerschaft erlebbar wird.
Um die Einbahnstraße dieses Freiwilligendienstes zu beenden wurde das sogenannte Reverse-Programm entwickelt. Junge Menschen aus Lateinamerika erhalten somit die gleichen Chancen zu interkulturellem Lernen, wie diese deutschen Jugendlichen geboten werden. In diesem einjährigen Freiwilligendienst leben sie in Kirchengemeinden, erhalten Einblick die vielen Einrichtungen der Kirchengemeinde und arbeiten dort mit.
 
Im Reverse Programm übernimmt die Diözese die Organisation für einen Aufenthalt hier in unserer Diözese
 
Für den Arbeitskreis
en contacto
Marianne Doser 


Adios -  Pedro
Das Jahr mit Pedro neigt sich zu Ende deshalb haben wir vergangen Sonntag im Gottesdienst Abschied gefeiert. Es war ein Sprung ins Ungewisse den Pedro gewagt hat. Was wird ihn erwarten? Nach anfänglichen Sprachschwierigkeiten konnte er Kontakte knüpfen und viele Feste und Veranstaltungen mitfeiern. Es war ihm auch ein Herzensanliegen über Bolivien zu erzählen.
Mit herzlichen Worten bedankt sich Pedro bei der Kirchengemeinde und bei allen, die ihm Zeit, Geduld, Freundschaft entgegen gebracht haben.
Die meist Zeit verbrachte er mit Kindern vom Corbellini-Kindergarten,  seiner Arbeitsstelle. Er liebt die Kinder. 
Als zum Ende des Gottesdienstes „seine Kinder“ in die Kirche kamen zusammen mit Erzieherinnen und Eltern konnte er ein paar Tränen nicht mehr verdrücken. Jeder seiner Schützlinge überreichte ihm eine Sonnenblume. Mit dem Lied “Schön, dass du da warst“ verabschiedeten sie sich von Pedro.


In Hl. Geist
fand der Aussendungsgottesdienst  von Rahel Hildebrand und Clara Schwab nach Bolivien statt und auch die Verabschiedung von Pedro. Nun wagen die beiden einen Sprung ins Ungewisse. Sie blicken in die Ferne und fragen: Was wird sie erwarten? Was werden sie vermissen? 
Pedro fragt sich, was wird er vorfinden? Wen wird er vermissen?
Ein Spontichor begleitete die drei mit „Caminando Va“, Leben lebt vom Aufbruch.
Pfarrer Ohrnberger segnete Rahel, Clara und Pedro zu ihrem Aufbruch.