Seelsorgeeinheit Sankt Maria / Heilig Geist
in Weingarten/Württ.

Pastoralbericht November 2019



„Blick zurück - nach vorn!“

Standortbestimmung und Ausblick der Seelsorgeeinheit St. Maria / Hl. Geist in Weingarten

Pastoralbericht

 

Im Rahmen des Kiamo-Prozesses

„Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“

 

 

Dekanat: Allgäu-Oberschwaben Seelsorgeeinheit: 4a - St. Maria / Hl. Geist, Weingarten Gemeinden: St. Maria und Hl. Geist


Pastoralbericht zur Pastoralvisitation 2020 im Rahmen des Prozesses „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“


I. Allgemeines

Unsere Seelsorgeeinheit besteht aus zwei Gemeinden St. Maria und Heilig Geist in Weingarten, im Dekanat Allgäu-Oberschwaben. Das Gemeindeleben spielt sich in den beiden Kirchen, Gemeindehäusern aber auch an verschiedenen Orten ab. Wir sehen uns durchaus als eine missionarische Seelsorgeeinheit, die sich den Bedürfnissen unserer heutigen Zeit stellt (vgl. Pastoralbericht 2013).

Der Prozess ‚Kiamo‘ läuft in unseren Gemeinden bereits seit mehr als zehn Jahren. In unterschiedlichen Veranstaltungen haben wir uns mit dem Thema ‚Missionarische Kirche‘ beschäftigt. In dem KGR- Ausschuss ‚Ideenwerkstatt‘ werden von und mit Mitgliedern des Gremiums neue Formen und Wege überlegt, wo und wie wir die Menschen heute erreichen. Unter anderem ist daraus z.B. das ökumenische Jahresthema, Pilgern und Gottesdienste an öffentlichen Plätzen entstanden (Marktplatz, Bauernhof, Firmen, Altersheim uvm.).

Unsere Seelsorgeeinheit macht im Besonderen aus, dass das Pastoralteam und die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen offen und persönlich miteinander umgehen. Ganz im Sinne unserer biblischen Leitsätze:

„Alle sind eins in Christus“
„Einheit in der Vielfalt“
„Gemeinschaft unter Gleichen und Gott unter uns –
Mit ihm auf dem Weg“

Unsere Seelsorgeeinheit ist seit Jahren schon geprägt von vielen Gruppen und Kreisen, die von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen geleitet werden. Teilweise werden die Ideen, die in der Ideenwerkstatt entstanden sind, in diese Gruppen getragen und dort miteinander umgesetzt:

- Verschiedene Besuchsdienste, auch ökumenisch:
Senioren, Neuzugezogene, Neugeborene
- Erwachsenenbildung
- Familien- und Kindergottesdienstteams 
- Verschiedene Familienkreise
- Jugend- Familienausschuss
- Frauengottesdienste
- Seniorennachmittagsteams
- Ministranten
- Katholische Jugend Weingarten
- Kirchenchor
- Musikgruppe Pons
- Kindergebetskreis
- Ökumenischer Helferkreis
- KAB
- Team Eucharistiehelfer, Lektoren, Wortgottesfeier-Leiter*innen 
- Gruppe ‚Maria 2.0‘
- Café Lichtblick (‚Trauercafé‘)

Unsere Seelsorgeeinheit hat eine große Vielfalt aber auch eine große Freiheit in der Liturgie. Gottesdienste werden seit Jahren schon für die verschiedenen Zielgruppen angeboten und umgesetzt.
Uns ist es sehr wichtig, dass die Gemeinschaft durch regelmäßig stattfindende Feste und Veranstaltungen gefestigt wird (Patrozinium, Sommerhock, Vorträge mit Bewirtung, Fronleichnam usw.).

Ein wichtiges Anliegen ist uns die Ökumene. Uns liegt es sehr am Herzen, dass das Miteinander durch regelmäßige Treffen und gemeinsame Aktionen gestärkt wird und wir als Christen gut und respektvoll miteinander umgehen und feiern. Da wir uns nicht auf dem ausruhen möchten, was wir schon geschaffen haben, hoffen wir, dass wir auch in Zukunft offen und mit dem nötigen Respekt auf neue Dinge zugehen und auch immer wieder neue Wege gehen.

Am 2. Dezember 2015 hat der Kirchengemeinderat von St. Maria und Hl. Geist die ‚Ideenwerkstatt‘ als Prozessteam beauftragt. Der Ideenwerkstatt gehören sieben KGR-Mitglieder und zwei hauptamtliche pastorale Mitarbeiter*innen an.

II. Der Entwicklungsplan Pastoral

1. Geistliche Erneuerung und pastorale Ausrichtung (Phase 1)

Zu Beginn des Prozesses wurde die SE durch Predigten über das Projekt ‚Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestaltet‘ informiert. In verschiedenen Bereichen beschäftigten wir uns mit den vorgegebenen geistlichen Haltungen: Vertrauen, Lassen, Erwarten, Wertschätzen. Sie waren Thema in der KGR- Klausur, in einer Predigtreihe im Advent, es gab Impulse zu den Haltungen in Gruppen und Kreisen. Die geistlichen Haltungen spielten und spielen in all unseren Aktivitäten eine wichtige Rolle und werden durch die bereits aufgeführten biblischen Leitsätze verstärkt. Sie durchdringen unser Denken und Tun, in besonderer Weise durch die Wertschätzung der ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in unseren Dankeabenden, in unserem alltäglichen Miteinander im Kirchengemeinderat und in den unterschiedlichen Gruppen und Kreisen.

Als Reaktion auf die Berichte über sexuellen Missbrauch in der Kirche, die uns sehr betroffen gemacht haben, erstellten wir für unsere SE einen Verhaltenskodex, in dem die geistlichen Haltungen sich widerspiegeln und die Gruppen in unserer SE sensibilisiert werden (Anlage: Verhaltenskodex).

Auch unterstützen wir hier in Weingarten auf Stadtebene die ‚Orte des Zuhörens‘ durch ideelle und finanzielle Hilfe und noch mehr durch personellen Einsatz ehrenamtlicher Personen aus unserer SE.

Von den geistlichen Haltungen wurde uns in den vergangenen Jahren besonders die Haltung des Wertschätzens wichtig, die wir versuchen in der Gemeinde zu leben. Schwer tun wir uns mit der Haltung des Lassens. Etwas sterben lassen an Aktivitäten fällt uns schwer. Um die Kapazitäten von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen zu schonen, ist dies jedoch dringend notwendig. Unsere Kapazitäten sind erschöpft.

2. Pastorale Profilierung (Phase 2)

Intensiv hat sich in den vergangenen Jahren der KGR mit der Frage nach der Profilierung der einzelnen Gemeinden (St. Maria und Hl. Geist) und unserer SE insgesamt beschäftigt. Dabei haben sich mehrere Schwerpunktthemen heraus- kristallisiert:

Familien (Junge Familien)
Jugend in unseren Gemeinden
Neue liturgische Formen
Formen neuer Spiritualität
Caritas
Trauerpastoral als diakonische Aufgabe
Ökumene
Partnerschaft mit Cruz Gloriosa/Pinami Chico in Cochabamba/Bolivien 
Laudato Si - Schöpfung, Umgang mit der Natur, mit Menschen, mit sich selbst, mit der Landschaft (Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Umwelt in unseren Gemeinden), soziale Gerechtigkeit weltweit.

Familien

Es werden einige Gottesdienstformen im Blick auf die Familien angeboten. Regelmäßig finden in St. Maria Familiengottesdienste und in beiden Gemeinden Kindergottesdienste statt. In der Karwoche werden Kinder mit ihren Familien zu den Kartagen eingeladen. In der Regel findet auch, zusammen mit dem Kindergarten, im Frühsommer ein „Gottesdienst im Grünen“ statt, bei dem im Anschluss ein Beisammensein mit Grillmöglichkeit angeboten wird, ebenso ein ökumenischer „Gottesdienst im Grünen“ am Pfingstmontag.

Zu Beginn des Advent sind Familien zu einer Veranstaltung ‚Einstieg in den Advent‘ eingeladen. Weitere pastorale Formen, die auch für Familien interessant sind, werden an einer anderen Stelle noch geschildert.

Jugend in unseren Gemeinden

In der zu Ende gehenden Legislaturperiode wurde ein neuer Ausschuss gebildet: „Jugend und Familie“. Mitglieder sind Erwachsene und auch Jugendliche. Es werden Aktionen für die Ministranten, Kommunionkinder und Jugendliche geplant, z. B. eine Agapefeier für Jugendliche am Gründonnerstag, Stadtrallye, Kinderkirchsamstag uvm.

Ein Gottesdienstangebot für Jugendliche gibt es in der Jugendkirche Joel in Ravensburg. Musikalisch oft mitgestaltet durch unseren Chor „Pons“.

Zusammen mit dem Ausschuss wurde von den Jugendlichen eine neue Nutzungsordnung für die Gemeindehäuser erarbeitet, in der auch Problemfelder, wie der Gebrauch von Alkohol, geregelt sind.
Ein wichtiges Thema war auch die Ausarbeitung eines Verhaltenskodex,
der im Hinblick auf den sexuellen Missbrauch von Jugendlichen, aber auch für den Umgang der Erwachsenen untereinander, maßgeblich ist.

Unsere Jugend/Ministranten sind eine sehr aktive Gruppe. Sie sind unter anderem selbständig für das alljährliche Zeltlager in beiden Gemeinden zuständig. Die alljährliche Sternsingeraktion und Aktion Hoffnung ist für unsere Jugend selbstverständlich. In St. Maria findet jedes Jahr die Gemeindefasnet statt, die von den Jugendlichen eigenständig organisiert wird.

Neue liturgische Formen/Formen neuer Spiritualität

- Bittgottesdienste: finden an verschiedenen Orten statt in neuer Form, z. B. am Löwenplatz in der Stadtmitte zum Thema „Schöpfung“ (insbes. Müll), bei der Feuerwehr bei deren Jubiläum, in der Senioreneinrichtung, mitten in der Stadt zum Thema Frieden, evangelische Kirche zum Thema Ökumene etc..
- Gottesdienste im Grünen: in der Regel Ende Juni und am Pfingstmontag 
- Pilgern: ca. alle 2 Jahre mit verschiedenen Stationen
- Lichtergottesdienst: alle 2-3 Jahre mit Chor „Pons“ (neue geistliche
Lieder, Installationen mit Lampions)
- Schweigemeditation in der Heilig Geist Kirche, wöchentlich
- Tauferinnerungsgottesdienst: alle 2 Jahre
- Gottesdienste für Angehörige verstorbener Kinder im Dezember
- Gottesdienste in Altenheimen und Krankenhaus
- Gedenkgottesdienste für Verstorbene der SE, vierteljährlich
- Bußgottesdienst an verschiedenen Stationen für Firmbewerber und
Erwachsene
- „Komm und stärke dich“: Taizé-Gottesdienste mit Stille, Gebeten, Liedern,
Wein und Brot teilen, alle zwei Monate
- „Nüsse knacken“: Auslegung der Lesungstexte des kommenden Sonntags in
St. Maria, alle zwei Monate
- Ausstellungen von Bildern in der Marienkirche
- Kirchenkino
- Ökumenischer Segnungsgottesdienst im September
- Ökumenischer Gottesdienst im Stadtgarten zum Stadtfest
- Ökumenischer Gottesdienst im Stadtgarten zum Heimatfest
- Predigten bekannter Theologen mit Predigtnachgesprächen
- Partnerschaftsgottesdienste zu bestimmten Anlässen, z.B. mit unserer
Partnergemeinde
- Kanzeltausch ökumenisch
- Pantomimische Darstellung „Leben und Tod“
- Besonders gestaltete Gottesdienste in der Karwoche
- Fronleichnam: gemeinsamer Gottesdienst aller Gemeinden im Stadt-
garten mit anschließendem Gemeindefest im Wechsel St. Martin und St. Maria

Caritas

- Vernetzungen mit Bücherei, Familientreff und Kinderstiftung Ravensburg Eigene Kinderstiftung Heilig Geist
- Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten, mit der kommunalen Gemeinde und mit der Caritas Bodensee-Oberschwaben
- Trauerseminare
- Einzelbegleitung trauernder Menschen
Regelmäßig „Café Lichtblick“ im Gemeindehaus St. Maria, auch an
Allerheiligen.
- Mitarbeit im Integrationszentrum von Caritas und Stadt als
Kooperationspartner (Flüchtlingshilfe)
- Kooperationspartner im städtischen Haus der Familie
- Seniorentreffen in beiden Gemeinden, zum Teil auch gemeinsam an Fasnet - 2020 ist ein Seniorennachmittag in der Senioreneinrichtung ‚Haus Judith‘
vorgesehen (Vernetzung)
- großer Seniorentreff der Stadt Weingarten im März im Gemeindehaus
St. Maria
- Zusammenarbeit mit dem städt. Seniorentreff ‚Haus am Mühlbach‘
- Ökumenischer Sozialauschuss mit Themen zu Integrationszentrum, Fairkauf, Carisatt (Tafel) und „Carisina“ (günstiger Mittagstisch), Weihnachtsfeier für Flüchtlingsfamilien mit Kindern
- Für die Gemeindemitglieder der SE wird jedes Jahr eine mehrtägige Gemeindereise angeboten, an der viele ältere und alleinstehende Menschen teilnehmen.

Ökumene

Die ökumenischen Gottesdienste wurden bereits genannt. Darüber hinaus gibt es:
- Ökumenische Bibelwoche
- Ökumenischer Weltgebetstag der Frauen im März mit Wechsel von
Gottesdiensten und Beisammensein in allen Gemeinden
- regelmäßige ökumenische Pastoralkonferenzen
- Im „Lutherjahr“ gemeinsames Jahresthema
- Begegnungen mit den Kirchengemeinderäten der evang. Gemeinde und
St. Martin,
- Kirchenkino „Luther“
- Gemeinsame ökumenische Gottesdienste:
- Buß- und Bettag in der evangelischen Kirche
- zum Reformationstag (Abschluss des Lutherjahres)
- Ökumenischer Seniorennachmittag in Heilig Geist, 1 x jährlich
- Woche für das Leben (sozial-ethische Themen)

Partnerschaft mit der Gemeinde Cruz Gloriosa/ Pinamo Chico in Cochabamba/Bolivien

Seit 2010 pflegen wir eine Partnerschaft mit der Gemeinde Cruz Gloriosa in Cochabamba in Bolivien. 2013 ist eine kleine Gruppe aus unserer SE zusammen mit Pfarrer Ohrnberger auf Einladung des dortigen Pfarrers nach Cochabamba gereist. Dort wurden Einrichtungen besichtigt und das Gespräch mit dem Kirchengemeinderat gesucht.

Als besonders unterstützungswürdig wurde eine Einrichtung ausgewählt mit dem Namen „Pinami Chico“: Es handelt sich dabei um eine Schülerspeisung und Schülerbetreuung in einer ländlichen Teilgemeinde. Die Kinder haben die Möglichkeit, nach der Schule dort zu essen und bei den Hausaufgaben betreut zu werden. Je nach Begabung werden sie gefördert bei Spiel, Theaterspiel, Musizieren usw. Die Einrichtung wird geleitet von Sozialarbeitern und einem Priester der „Kleinen Brüder“. Jedes Jahr verbringen Jugendliche, auch aus unseren Gemeinden, ein Freiwilliges Soziales Jahr dort.

Durch unsere zugesagte Unterstützung kann die Leitung planen und bedürftige Kinder aufnehmen. Für diese Spenden erhalten wir regelmäßige Arbeitsberichte. Außerdem besteht hierfür eine Prüfstelle.
Ab 2016 haben auch „Reverse“-Freiwillige aus Cochabamba ein Freiwilliges Soziales Jahr in unserer SE und im Kindergarten geleistet.

Der Ausschuss „en contacto“ („in Kontakt“) gestaltet regelmäßig Gottesdienste, z. B. zur Aussendung oder Einführung der Jugendlichen. Es wird ihnen dabei Gelegenheit gegeben, über ihre Arbeit und „Land und Leute“ in Bolivien zu berichten.

Der Reverse-Freiwillige wird auch in den Gemeinden mit eingebunden zur Mitarbeit bei der Kommunionvorbereitung, bei den Senioren oder bei der Mitgestaltung von Gottesdiensten.
Die Partnergemeinde wurde inzwischen noch zwei Mal von Menschen aus unserer SE besucht. Dabei wurden wertvolle Gespräche mit den Verantwortlichen in Cochabamba geführt.

Wir wünschen uns sehr, dass die Partnerschaft auf „Augenhöhe“ gestaltet werden kann, wächst und die Beziehungen zu den Menschen in Bolivien weiterhin verbessert werden können. Vorgesehen ist, dort Verantwortliche zu finden, die ebenfalls eine Gruppe „en contacto“ gründen können und so gut eingebunden werden, z. B. bei der Auswahl weiterer „Reverse“-Freiwilliger.

Laudato si

Angestoßen durch die Enzyklika „Laudato si“ und durch eine KGR-Klausur, wurde in der Ideenwerkstatt für unsere Gemeinden ein Jahresthema erarbeitet für 2018/2019: „Und siehe da: Die Schöpfung war sehr gut!“ Zu diesem Thema fanden verschiedene Vorträge statt. In den Kirchen-Vorräumen wurden Möglichkeiten für Darstellungen verschiedener Art zu dem Thema geschaffen. Gemeindemitglieder und Schulklassen konnten sich kreativ betätigen, um Bilder und Gedanken zur Schöpfung oder zur bedrohten Schöpfung auszustellen.
Bei der KGR-Klausurtagung konnten wir uns auch mit dem Thema auseinandersetzen. Referiert hat der Diözesanbeauftragte zum Thema Umweltschutz.
Verschiedene Gottesdienste wie z.B. an Ostern oder zum Erntedankfest waren auf das Thema“ Schöpfung“ ausgerichtet.
Im Rahmen unseres Jahresthemas und auch im Zusammenhang mit der gleichnamigen Enzyklika von Papst Franziskus hat sich aus dem KGR der SE eine Arbeitsgruppe „Laudato si“ gebildet. Dort wurden Konzepte entwickelt zur Neugestaltung des Außenbereichs der Marienkirche (Neubepflanzung an der
Kirche mit insektenfreundlichen Pflanzen, Anlegen eines Hochbeets in der 72- Stunden-Aktion der Ministranten).
Es wurde eine Bestandsaufnahme erarbeitet, um festzustellen, wo aus ökologischen Gründen eine Änderung der Putz- und Leuchtmittel vorzunehmen ist.
Inzwischen wird bei den Veranstaltungen der Gemeinde fair gehandelter Kaffee verwendet und Einweggeschirr vermieden.
Die Arbeitsgruppe arbeitet an weiteren Projekten, z. B. auch die Außenanlagen in Heilig Geist betreffend.

Ausblick

- Durch die beiden architektonisch sehr unterschiedlichen Kirchen in Hl. Geist und St. Maria haben wir die Möglichkeit, sie je nach Bedarf zu nutzen. So eignet sich die Hl. Geist Kirche eher für meditative und freie Gottesdienstformen. Die Marienkirche bietet einen wunderbaren Raum für Ausstellungen, den wir auch durch Ausstellungen nutzen, die spirituell in unser Tun eingebunden werden. Diese Möglichkeiten können noch weiter ausgebaut werden.

- Viele alte Menschen leben in unserer Stadt, allein in unserer SE sind sechs Alteneinrichtungen angesiedelt. In fünf von ihnen gestalten wir Eucharistiefeiern oder Wort-Gottes-Feiern. Trauerarbeit spielt in unserer SE eine große Rolle in der Vielzahl von Beerdigungen, in der Trauerbegleitung Einzelner, in Gruppen und in Gottesdiensten. Dieser Dienst und vor allem die Begleitung von Seniorinnen und Senioren muss weitergeführt und ausgebaut werden.

- In der Ökumene sind wir schon viele zusammenführende Schritte gegangen. Wir wollen auf diesem Weg weitergehen und diesen durch gegenseitige Einladungen und Vernetzungen verstärken. (Anlage: Brief an unseren Bischof zur gegenseitigen Einladung zu Abendmahl und Eucharistie)

- Von unserem Krankenhaus 14 Nothelfer wird ab 2020 nur noch die chirurgische Abteilung und ‚Gerinove‘ übrigbleiben. Wir müssen uns damit beschäftigen, wie wir Seelsorge in dieser neuen Situation leisten können und was auch vom Träger gewünscht ist. Die Zusammenarbeit war seither persönlich konstruktiv, Vieles scheiterte jedoch am fehlenden Geld oder dem entsprechenden Willen von Seiten des Trägers.

- Mit vielen Partnern sind wir in unserer Stadt vernetzt, wie das ja die verschiedenen Angebote und Veranstaltungen zum Ausdruck bringen.

3. Pastorale Umsetzung und strukturelle Klärung (Phase 3)

An den benannten Schwerpunkten, vor allem Familie, Jugend und Trauerpastoral sowie Ökumene, werden wir versuchen, weiter dran zu bleiben, ebenso an vielen Aktivitäten, wie alternative Gottesdienstformen.

Immer wieder kommen neue Ideen hinzu. Unser Problem ist eher, was können wir lassen, da für viele ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter*innen die Belastungsgrenze erreicht ist.

Verwaltung:

Als Gesamtkirchengemeinde mit hauptamtlichem Kirchenpfleger suchten wir vor vier Jahren die Kooperation mit der Gesamtkirchenpflege Ravensburg. Nach vielen Diskussionen wurde eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um sich gegenseitig zu vertreten und zu unterstützen.
Nach einem Gespräch mit Herrn Bero und Herrn Kellner vom Bischöflichen Ordinariat wurde uns kompromisslos mitgeteilt, dass dies nicht möglich ist, weil die Diözese künftig für alle Dekanate ein Verwaltungszentrum einrichten will, dem auch wir dann zugeordnet sind. Wir sind über die Verordnung sehr enttäuscht und verärgert, weil ja gerade im ‚Kiamo-Prozess‘ zugesichert wurde, dass die SE-en ihre je eigenen, für sie passenden Verwaltungsformen finden und umsetzen sollen.
Bei uns wird nun zum Ende dieses Jahres 2019 die gut funktionierende Gesamtkirchenpflege in der jetzigen Form aufgelöst und wir werden dem VZ in Kisslegg zugeordnet. Wir können nicht sehen, dass dies funktioniert, geschweige denn einen Mehrwert darstellt. Die dadurch propagierte Entlastung von Verwaltungsaufgaben für den Pfarrer und Pfarramtssekretärinnen kann in unserem Fall nicht im Geringsten gesehen werden, im Gegenteil; Pfarrer Ohrnberger ist als Vorsitzender der Gesamtkirchengemeinde noch nie so viel mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt gewesen wie derzeit.

Struktur

Intensiv haben wir uns in den vergangenen Jahren mit der zukünftigen Struktur und Leitung unserer SE beschäftigt. Nach einem Brief an unseren Bischof zur künftigen Gemeindeleitung in unserer Diözese folgte ein Gespräch mit Frau Christiane Bundschuh-Schramm vom Bischöflichen Ordinariat im KGR (Anlage: Brief an unseren Bischof und das Antwortschreiben von Frau Christiane Bundschuh-Schramm).

Es war gut, miteinander ins Gespräch zu kommen, aber für viele Mitglieder des KGR auch frustrierend zu hören, dass die Chancen zur Veränderung aufgrund der Zugangsbedingungen zu den Weiheämtern sehr gering sind. Außerdem mussten wir wahrnehmen, dass die Vorstellung von der Pfarrfamilie ein Auslaufmodell ist. Doch gerade die Zusammengehörigkeit und Begegnung untereinander hat in unserer SE einen sehr hohen Stellenwert.

Im Februar 2019 trafen sich die KGR’s unserer SE zu einer eintägigen Klausur, in der wir uns mit der Zukunft unserer Gemeinden beschäftigten. Frau Gabriele Kaupp begleitete uns als Moderatorin.

In ca. zwei Jahren wird Pfarrer Benno Ohrnberger in den Ruhestand gehen. Viele beschäftigt die Frage, was wird dann sein? Bekommen wir wieder einen eigenen Pfarrer für unsere SE oder werden wir zur SE mit St. Martin. Im Blick auf die kommende KGR-Wahl ist für mögliche Kandidatinnen und Kandidaten die Antwort von großer Bedeutung: Lass ich mich aufstellen oder nicht?
Ein Brief des KGR an die Personalabteilung im Bischöflichen Ordinariat mit der Bitte um Beantwortung dieser Frage blieb monatelang unbeantwortet. Auf nochmaliges Nachfragen kam die telefonische Antwort, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden könne. Aus unserer Wahrnehmung müsste die Kommunikation mit der Diözesanleitung dringend verbessert werden.

In unserer Klausur erarbeiteten wir, was uns in den Gemeinden wichtig ist, was wir weiterführen wollen, ob mit oder ohne eigenen Pfarrer. Es war der Wille zu spüren, das je eigene Profil zu schärfen und so selbständig wie möglich zu bleiben. So wurden verschiedene Leitungsstrukturen diskutiert, wie z.B. die Möglichkeit der pastoralen Ansprechperson oder/und der Einsatz eines/r Ehrenamtskoordinators/in.

Wir setzen uns für den Erhalt der Eigenständigkeit unserer SE ein. Wir sehen in der Profilierung unserer Gemeinden ein hohes pastorales Gut.

Dieser Bericht wurde von Mitgliedern der Ideenwerkstatt, welche die Funktion des Prozessteams übernommen hat, erstellt, in der Ideenwerkstatt besprochen und dem KGR zur Verabschiedung vorgelegt.

Weingarten im November 2019

Benno Ohrnberger       Eva-Maria Komprecht                     Christine Zweifel 

Pfarrer                          gew. Vors. St. Maria                          gew. Vors. Hl. Geist