Seelsorgeeinheit Sankt Maria / Heilig Geist
in Weingarten/Württ.

Geistliches Wort


Gesalbt und berufen

Gesalbte Christen haben Anteil am königlichen, prophetischen und priesterlichen Amt Jesus Christi. Gesalbt werden wir in Taufe und Firmung.
Es tut gut, sich immer wieder daran zu erinnern, welche Fähigkeiten Gott in uns hineingelegt hat:

Du bist gesalbt, Gott traut dir zu, auch heute,
für Pflanzen, Tiere, Land und Leute
die Gaben, die er dir gab, umzusetzen,
mit wachen Sinnen manche Lage einzuschätzen:
so wie es auch ein guter König tut,
mit Leidenschaft und Liebe, Herz und Mut,
Verantwortung zu tragen und gerecht zu handeln,
Erde in Himmel umzuwandeln.

Du bist gesalbt genau wie ein Prophet,
der manche Wahrheit frei benennt.
Zeit und Zeichen wach erkennt.
Und wie ein Priester im Gebet
kannst Menschen du mit Gottes Kraft verbinden –
heilsame Worte finden…

„Wen würden wir denn heute am meisten brauchen?“, fragten wir die Jugendlichen in der Firmvorbereitung.
Die einen waren sich sicher, ‚einen guten König‘, der endlich alles regelt, was gerade auf der Welt schiefläuft. Doch die andern waren sich einig, solche „Könige‘“ sind auch gefährlich, wie leicht können sie ‚stolz‘ werden in ihrer Machtfülle und diese missbrauchen.                                                               Nein, so lautete das Ergebnis, man braucht viele Menschen, die sich ihrer königlichen Würde und Verantwortung bewusst sind, aber ebenso viele priesterliche Menschen, die andere mit dem heilsamen Wirken Gottes in Kontakt bringen und aufzeigen, dass doch alles gut wird. Und nicht zuletzt prophetische Menschen, die sich trauen, die Wahrheit auszusprechen, die integer sind und denen man vertrauen kann.
Dies alles traut Gott uns zu und dafür bietet er uns seine Kraft und seine Hilfe an im Heiligen Geist.
Vielleicht können wir uns anlässlich der Firmung von 44 jungen Leuten an diesem Samstag wieder daran erinnern, dass nicht nur ihnen Gottes Zusage gilt:
„Trau dich, Verantwortung zu übernehmen, ich helfe dir mit meiner Kraft und meiner Weisheit“.

Text: Carolin Augé,   Bild: Martha Gahbauer, in ‚Pfarrbriefservice.de‘