Seelsorgeeinheit Sankt Maria / Heilig Geist
in Weingarten/Württ.

Geistliches Wort

Bild: privat

FÜRCHTE  DICH  NICHT!
Wir leben in einer Zeit, die uns massiv mit der Tatsache konfrontiert, dass unser Leben gefährdet ist. Wir müssen uns eingestehen, dass wir eben nicht alles im Griff haben. Das Coronavirus ist eine Bedrohung für unsere Welt, für jeden einzelnen von uns, es kann alle treffen. Es wirbelt unseren gewohnten Alltag durcheinander, wie man es vorher nicht für möglich gehalten hätte. Die dramatischen Einschnitte in unsere Lebensart waren vor Corona undenkbar: 
Kitas und Schulen - geschlossen, Theater, Musik- und Sportveranstaltungen abgesagt, Restaurants und Geschäfte geschlossen, Reisen gestoppt und jetzt nach und nach auch Grenzen zwischen Ländern dicht gemacht. Gottesdienste können nicht mehr stattfinden, Taufen und Hochzeiten fallen aus, Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen sind untersagt… Wir sind zutiefst verunsichert, voller Sorgen und Furcht. Was bisher unhinterfragt als sicher und unumstößlich geglaubt wurde, zerbröselt von Tag zu Tag mehr. Voll Angst fragen wir uns, wie sich die Situation weiterentwickeln und was werden wird. Wir merken, wie sehr sich mit dem Coronavirus das Angstvirus in und um uns ausgebreitet hat. Was stärkt in dieser Situation unser Vertrauen und unsere Zuversicht, wie erkennen wir, was zu tun ist und was gibt uns Kraft, dies in die Tat umzusetzen, um der Angst nicht schutzlos ausgeliefert zu sein? Da lese ich beim Propheten Jesaja folgende Sätze:
Fürchte dich nicht, ich stehe dir bei! Hab keine Angst, ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, ich schütze dich mit meiner siegreichen Hand! Jes 41,10
Diese uralten Worte wurden vor 2500 Jahren zum ersten Mal dem Volk Israel, das in Gefangenschaft war, zugesprochen. Es ist die Zusage Gottes an sein Volk. Seit damals gilt sie allen Menschen in Bedrängnis. Diese ermutigenden Worte wollen aufatmen lassen. Doch sie sind und bleiben auch eine Zumutung. Es braucht MUT in der Bedrohung das zu glauben. Und doch ist es dieser Mut, der einer Angst zu widerstehen vermag, damit sie nicht die Seele auffrisst. Es braucht Mut zu glauben, dass wir im Kampf des Lebens nicht alleingelassen sind – auch nicht im Kampf gegen das Coronavirus. Gottes lebensschaffende Kraft ist in und mit uns. Sie stärkt uns, sie steht uns bei. Deshalb sagen wir uns in diesen Tagen immer wieder zu: fürchte dich nicht!
Marie-Luise Hildebrand, Pastoralreferentin in St. Maria / Hl. Geist

GEBET IN SCHWERER ZEIT

Gott,

du bist die Quelle des Lebens.

Du schenkst uns Hoffnung und Trost in schweren Zeiten.

Dankbar erinnern wir uns an deinen Sohn Jesus Christus,

der viele Menschen in deinem Namen heilte

und ihnen Gesundheit schenkte.

Angesichts der weltweiten Verbreitung

von Krankheit und Not bitten wir dich:

Lass nicht zu, dass Unsicherheit und Angst uns lähmen.

Sei uns nahe in der Kraft des Heiligen Geistes.

Lass uns besonnen und verantwortungsvoll handeln

und unseren Alltag gestalten.

Schenke uns Gelassenheit und die Bereitschaft,

einander zu helfen und beizustehen.

Sei mit allen, die politische Verantwortung tragen.

Sei mit allen, die gefährdete und kranke Menschen

begleiten und sie medizinisch versorgen.

Lass uns erfinderisch sein in der Sorge füreinander

und schenke uns den Mut zu Solidarität und Achtsamkeit.

Gott, steh uns bei in dieser Zeit, stärke und segne uns.

Amen.

P. Norbert M. Becker MSC